DAX-Analyse vom 17.01.2004

sowie im Anschluß Update vom 21.01.

Chart seit 1977, Chart seit Januar 2000 und Chart ab Juli 2000

Langfristchart seit 1977

Anfangs sah es in der vergangenen Woche noch nach einer Korrektur aus, allerdings präsentierte sich die Unterstützung bei 3980 Zählern als sehr tragfähig. Von da aus startete der DAX dann ab der Wochenmitte einen Angriff auf höhere Regionen und erreichte bis zum Wochenende Notierungen über 4100 Punkten, die zuletzt inmitten der Baisse im Sommer 2002 gesehen wurden. Im Wochenvergleich ein Plus von 95 Punkten bzw. 2,4 Prozent.

Im Wochenchart schraubte sich der Index damit sichtbar über die abwärtsgerichtete Trendlinie, die an den Hochpunkten seit März 2000 anliegt. Dies ist erfreulich zu werten, zumal der DAX auch den seit März letzten Jahres bestehenden Aufwärtstrend behauptete. Allerdings wirft die nach wie vor fehlende Dynamik aus charttechnischer Sicht Fragen bezüglich der Nachhaltigkeit der Kursbewegung auf.


Wochencandles seit Januar 2000

Das untere Schaubild zeigt schön die Aufwärtsbewegung der letzten drei Tage nach dem Festigen des Supports bei 3980. Zudem bestätigen die neuen Hochs im Rahmen des bald einjährigen Uptrends den Trend an sich. Der MACD bleibt mit einem nur schwachen Kaufsignal zögerlich, der Stochastik kann noch als neutral bezeichnet werden.

Auch wenn sich die deutschen Blue Chips mit schwungvollen Kursgewinnen schwer tun, ist weiterhin ein intakter Aufwärtstrend zu konstatieren. Eine spürbare und durchaus wünschenswerte Korrektur, um die insbesondere mittelfristig überkaufte Situation abzubauen, blieb bisher aus. Nach dem Bruch des langfristigen Abwärtstrends hat sich die Lage weiter aufgehellt, wenngleich aus technischer Sicht eine Konsolidierung alles andere als überraschend wäre.

Getreu der Börsenweisheit "the trend is your friend" dürfen Anleger daher auf eine Fortsetzung der Kursgewinne hoffen, dabei aber das Risiko einer spürbaren Korrektur keinesfalls aus den Augen verlieren. Der nächst höhere Widerstand, abzuleiten aus den Hochpunkten vom Juli 2002, liegt erst wieder bei rund 4500 Punkten - ein Durchmarsch auf dieses Niveau, was immerhin knapp 10 Prozent Kursgewinn entsprechen würde, erscheint derzeit fraglich. Folglich sollten der Unterstützung bei 3980 Zählern und dem knapp darunter verlaufenden mittelfristigen Aufwärtstrend Beachtung geschenkt werden - ein Durchbruch dürfte eine deutliche Korrektur einleiten.

kurzfristiger TagesChart

Update vom 21.01. (Kurzfristchart aktualisiert):

Immerhin 26 Punkte oder 0,6 Prozent kämpfte sich der DAX in der ersten Wochenhälfte weiter nach oben, bei 4150/60 Punkten lag ein bisher unüberwindbarer Widerstand.

Die Luft wird also wenig überraschend langsam dünn für die deutschen Blue Chips. Nur wenn dem Index klar und auf Schlusskursbasis der Sprung über 4160 Zähler gelingt, bietet sich weiteres Potenzial. Andernfalls dürfte bis zum Wochenende eher eine Konsolidierung einsetzen, wobei die 4000er-Marke nicht ernsthaft in Gefahr scheint.

Strategie: Calls weiter zum Einstandskurs absichern und erst über 4160 (close) ausbauen.

 

Autor: Oliver Schultze / Büro Dr. Schulz


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